CSD 2010 Berlin
Am Wochenende ging in Berlin beim 32. Christopher Street Day (CSD) 2010 wieder richtig die Post ab. In knappen Hosen und mit der Regenbogenfahne bewaffnet feierten rund 600.000 Menschen den CSD mit einer großen Parade auf der Straße des 17. Juni. Viele ausgefallene Kostüme rundeten das Bild der Parade ab und machten den Umzug auch für Heteros zu einem Hingucker. Der CSD 2010 stand unter dem Motto: "Normal ist anders!" Schwule und Lesben aus aller Welt demonstrierten für mehr Toleranz für ihre Lebensweise. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind für viele immer noch nicht selbstverständlich. Insgesamt war die Parade mit mehr als 50 Wagen bestückt. Von jedem Wagen dröhnte laute Techno-Musik, so dass man einfach automatisch mittanzen musste. Getrübt wurde die Veranstaltung von einem Mann, der plötzlich auf einem Wagen zwei Männern jeweils in den Oberarm und in die Hand biss, mit dem Hinweis, dass er HIV positiv sei, was allerdings noch nicht bestätigt werden konnte. Für einen weiteren Eklat sorgte auf der CSD-Bühne die Geschlechter-Theoretikerin Judith Butler aus den USA, die einen Zivilcourage-Preis mit dem Hinweis ablehnte, dass ihr die Veranstaltung zu kommerziell sein. Party muss eben sein.
Die Parade selbst erinnert an den Aufstand von US-Homosexuellen in New York, die im Jahre 1969 gegen die Willkür der Polizei gegen Schwule protestierten. Die Christopher Street in New York ist heute das Schwulenzentrum der Stadt. Mittlerweile gehört es für alle Parteien zum guten Ton, sich auf der Parade blicken zu lassen. So können nicht nur die Grünen diese Wählergruppe für sich reklamieren. Eins muss man den Jungs und Mädels lassen, feiern können sie.
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